Warstein erneuerbar
Der Umbau unserer Energieversorgung auf 100% Erneuerbare ist in vielfacher Hinsicht dringend geboten. Dass dies den Warsteiner*innen wichtig ist, zeigen die Ergebnisse unserer Online-Umfrage. Durch bundes- und landespolitische Weichenstellungen Grüner Minister*innen wurde in den vergangenen Jahren eine Dynamik entfacht, die dieses Ziel und damit Deutschlands Klimaneutralität 2045 erstmals realistisch erreichbar macht. 
Bei Strom…
In Warstein hat sich viel getan, die ablehnende Haltung der Ratsmehrheit gegenüber dem Ausbau der Windenergie hat sich mittlerweile umgekehrt. Auch wenn der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine seit 2022 mit der Fokussierung auf Versorgungssicherheit diese Neupositionierung zweifellos beschleunigt hat, war es unsere Fraktion, die immer wieder beharrlich auf das Thema hingewiesen hat. Mit einem Antrag wurde die Einrichtung eines Wirtschaftszweigs „Energieerzeugung“ bei den Stadtwerken angestoßen und in diesem Sommer umgesetzt. In Form von Planungen zur Errichtung eigener Windenergieanlagen (WEA) in Kooperation mit der WVG und der Beteiligung an der Erneuerbare Energien Hochsauerland
GmbH (EEH) werden die ersten Projekte aktuell konkretisiert.
Wir wollen hier jedoch die komplette Bandbreite der erneuerbaren Energien in den Blick nehmen: Mehrere städtische Immobilien decken zwar einen Teil ihres Verbrauchs über Dach-Photovoltaikanlagen ab – darüber hinaus bleiben Potenziale auf Dächern und in der Freifläche allerdings noch ungenutzt. Unser Anspruch ist, dass auf dem Gebiet der Stadt Warstein der eigene Strombedarf in naher Zukunft vollständig bilanziell klimaneutral erwirtschaftet wird.
Neben der ökologischen Perspektive sind diese Maßnahmen auch ökonomisch sinnvoll; ein Einstieg in die Stromproduktion bietet
- Entlastungen für Verbraucher*innen durch vergünstigte Preise
- Möglichkeit direkter Bürger*innenbeteiligung
- Standortfaktor für Unternehmen
- Zusätzliche Einnahmen für den angespannten städtischen Haushalt
Ein großer Baustein bei der Energiewende sind ungenutzte Dachflächen privater Haushalte. Zwar wird die Errichtung einer Photovoltaikanlage im Fall von Dachsanierungen per Landesverordnung ab 2026 zur Pflicht, die Dachflächen denkmalgeschützter Häuser sind hiervon jedoch ausgenommen. Wir fordern eine wohlwollende Prüfung der erforderlichen Einzelfallentscheidungen im Sinne der Bürger*innen und der Energiewende.
…und Wärme
Ebenfalls auf unsere Anregung hin hat sich die Stadt Warstein auf den Weg gemacht, eine Kommunale Wärmeplanung aufzustellen. Unter den Kommunen unserer Größenordnung haben wir hier
eine Vorreiterrolle, verpflichtend muss so eine Planung erst 2028 vorliegen. Diesen Zeitvorteil gilt es zu nutzen, um Eigentümer*innen von Immobilien bei der Wahl eines zukunftsfähigen Wärmeträgers beratend zur Seite zu stehen. Die kürzlich präsentierten Ergebnisse deuten zwar darauf hin, dass die meisten Haushalte auch weiterhin dezentral (z.B. mit Wärmepumpe) heizen werden. Wir sprechen uns aber für einen Ausbau der Nahwärme in Suttrop aus und begrüßen auch neue Projekte dieser Art, sofern die Potenziale vorhanden sind. Die Stadtwerke können in diesem Bereich inzwischen auf umfangreiche Erfahrungswerte – positiv wie negativ – zurückgreifen.
Einige diese Vorhaben gehen mit einer Veränderung unserer unmittelbaren Umgebung einher. Im Vergleich zu anderen Arten der Energiegewinnung sind die Eingriffe aber moderat, der Nutzen überwiegt eindeutig. Es ist uns wichtig, die Bürger*innen mitzunehmen und die Vorzüge transparent zu machen, da nur so die Akzeptanz aufrechterhalten wird.

