Was ist vor Ort in Sachen Klimaschutz aktuell möglich? Diese Frage stellten sich die Mitglieder der Fraktion WAL/Grüne bei der jüngsten Fraktionssitzung und berieten acht lokale Klimaschutzthemen, für die sie kurz– und mittelfristig verstärkt initiativ werden wollen.
Unsere Acht Ideen
- Entsiegelung – Es sollten öffentliche Flächen ermittelt werden, die ohne Probleme in Grünflächen rückverwandelt werden können. Es gibt viele unnötig asphaltierte oder wasserundurchlässig gepflasterte Plätze und Wege. Ein Beispiel wäre etwa der obere Schulhof der ehemaligen Lioba–Schule in Warstein (Butenaf); der ist als Parkplatz nicht zwingend erforderlich.
- Graue Gärten – Auch in Warstein haben sich auf Privatgrundstücken die sogenannten „grauen Gärten“ – steinerne ehemalige Grünflächen ausgebreitet. Die Stadt könnte bauordnungsrechtlich diese Versiegelung reduzieren oder auch mit informierenden
Handreichungen beratend tätig werden.Unser Wahlslogan zur Kommunalwahl 2020
- Grün in der Stadt – Wir brauchen mehr Grün in der Innenstadt! In vielen Straßen sind in den vergangenen 20 Jahren erschreckend viele Bäume beseitigt worden, obwohl die städtischen „Baumpflegestandards“ Ersatzpflanzungen an gleicher Stelle oder in der Nähe vorsehen.
Neben der Wiederaufforstung kahler Waldflächen sollten auch innerstädtische Baumpflanzaktionen angeregt werden. - Friedhof als Park – Auch der Warsteiner Friedhof sollte dringend stärker begrünt werden. Ein Friedhof hat immer auch eine Parkfunktion – die ist im Moment nur mangelhaft gegeben.
- PKW– und LKW–Verkehr – So sehr der PKW „auf dem Lande“ schlechter zu ersetzen ist als in Ballungsräumen, so kann dennoch mit dem Ausbau des – perspektivisch auch wieder auf der Schiene möglichen – öffentlichen Personennahverkehrs, durch Optimierung des
innerstädtischen Wegenetzes für den Alltags–Radverkehr und auch durch Verringerung der Geschwindigkeit innerorts ein Beitrag zur Minderung des (Quell–)Verkehrs geleistet werden.
Es sollte erneut geprüft werden, ob die B55 als LKW–Mautstrecke ausgewiesen werden kann,
um diese Art des Verkehrs zu verringern. - Solarstrom – Zur dringend erforderlichen Steigerung regenerativer Energiegewinnung sollte die Stadt ihre Bemühungen aufrechterhalten bzw. verstärken, auf öffentlichen und privaten Flächen (Dächern) Solarenergieanlagen anzuregen und möglich zu machen.
- Rekultivierung/Renaturierung – Große Flächen im Steinabbaugebiet liegen brach und die Bemühungen um die Folgenutzung ziehen sich hin. Wir wünschen uns mehr Tempo in den Bemühungen um Rekultivierung/Renaturierung dieser Großflächen.
- Klimaneutralität – Der Klimawandel macht es täglich notwendiger, Klimaschutzmaßnahmen zu verstärken und konkreter die Klimaneutralität anzugehen, so weit das im kommunalen Rahmen geleistet werden kann. Wir werben weiter dafür, diesen Weg offensiv zu beschreiten
– denn die Pariser Klimaziele können nur unter Beteiligung der Kommunen erreicht werden.

„Die Pariser Klimaziele können nur unter Beteiligung der Kommunen erreicht werden“ – Sascha Clasen Fraktionsvorsitzender
Anerkennung von Bemühungen
Die Fraktion WAL/Grüne anerkennt durchaus die vielfältigen Bemühungen der Stadt (und des Kreises) zum Klimaschutz, ob es beispielsweise um das Ökostromangebot der WVG geht oder die Energieberatung, den Rückbau des begradigten Wästerlaufs oder die Grünflächenpflege, die ökologischen Maßnahmen bei Bau des neuen Warsteiner Feuerwehrhauses – nicht zuletzt die diversen Arbeitskreise zum Thema, die zuletzt allerdings selten tagten und deren Arbeit stärker an die Öffentlichkeit getragen werden muss. Es besteht in vielen Fragen auch durchaus parteiübergreifend Einigkeit über die Ziele, etwa die Vorstellungen der CDU zum Thema. Insgesamt aber müssen nach Meinung von WAL und Grünen die Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen, viel stärker in den Vordergrund rücken und forciert werden.
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